Ein Kamera- oder Bildschirmlesegerät ist eine besonders leistungsstarke elektronische Lupe. Von einer speziellen Videokamera wird z.B. ein Text aus einem Buch aufgenommen, stark vergrößert und in der Darstellung optimiert an einem Flach-Bildschirm dargestellt. Bei Verwendung eines Kreuztischs kann das Lesegute besser unter der Kamera in alle vier Richtungen bewegt werden. Mit einem Handbedienteil können der Vergrößerungsmaßstab, Kontrast, Helligkeit und Schwarzweiß/Farbwahl eingestellt werden.
So lassen sich auch bei stark verminderter Sehkraft Zeitungen, Zeitschriften, Prospekte, Beipackzettel, Landkarten, Bankauszüge und genauso auch handgeschriebene Briefe lesen und schreiben, Formulare ausfüllen oder sogar den berühmten Faden durch ein Nadelöhr bugsieren. Bei genügend großem Abstand zwischen Arbeitsfläche und Kamera kann zusätzlich geschrieben oder handwerklich gearbeitet werden.
Im Arbeitsbereich ist es vorteilhaft das Kameralesegeräte direkt an den Computer anzuschließen: Auf dem Computermonitor wird nun zusätzlich das Bild der Vergrößerungskamera eingeblendet.
Ist ein Kameralesegerät mit einem starken Tele-Objektiv ausgestattet spricht man von "Tafellesegeräten". Damit kann man ein entferntes Objekt im Raum, zum Beispiel die Tafel in der Schule, nahe heranholen und besonders stark vergrößern.
Um die volle Leistung der Vergrößerungstechnik nutzen zu können, empfiehlt sich ein Bildschirm mit einer Diagonalen von mindestens 20 Zoll (=50 cm).